Östliches Outback

Von Darwin nach Alice zu fahren, ist denkbar einfach. Man rollt einfach auf den Stuart Highway in südliche Richtung (nördlich geht von Darwin aus eh nicht mehr) und hat ohne abzubiegen nach 1.500km sein Ziel erreicht. Braucht man eigentlich keinen Führerschein für. Ich plane für diese Tour 3 Tage ein.

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Wenn man so einsame, oder wenig anspruchsvolle Straßen, oder beides fährt, geht einem ja so manches durch den Kopf; einiges hat man ja immer aufzuarbeiten, Kindergedichte, ehemalige und aktuelle Lieblingslieder usw. Dieses Mal erwischt es mich mit geballter Gewalt und der vollen Härte des Schlagermolochs: Habe Henry Valentino & Uschi als Dauerschleife im Kopf und werde es beim besten Willen nicht mehr los. Das Leben kann knallhart und ungerecht sein. Dabei sind in den Autos vor mir nicht einmal junge Mädchen auffindbar; nur Grey Nomads, wie sich die Rentner aus dem Süden nennen, die hier den dort ach so kalten Winter entrinnen wollen.
Ich lege den ersten Stopp bei Daly Waters Pub ein. Ein merkwürdiger Ort: Tanke, Kneipe mit Campingwiese, 3-4 Häuser. Das wars.

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Eine eigentliche Bedeutung hat diese Ortschaft wahrscheinlich nicht mehr, wenn es nicht diesen Pub gäbe.

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Ein Ort, der allerlei Spinner, Träumer und Streuner versammelt. Bin also richtig hier. Zu meiner Überraschung gibt es sogar ein anständiges Essen: Beef & Barra vom Grill, dazu Salatbuffet für 29$. Und gut geschmeckt hat es auch. Ein empfehlenswerter Stopp also.

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Stuart Tree

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Der nächste Tag soll mich bis Tennant Creek bringen. Ohne Henry und Uschi sind die Gedanken auch wieder klarer und mir fällt ein recht grober Fehler in meiner vagen Planung auf. Sollte ich erst gen Süden fahren um dann diee Ostküste wieder nordwärts Richtung Daintree NP zu fahren, komme ich da mitten in der Regenzeit an. Kurzer Hand biege ich also vor Tennant Creek in Richtung Osten ab und mache mich JETZT auf den Weg zum Daintree NP.
Am Barkly Homestead Roadhouse treffe ich auch tatsächlich mal wieder einen campenden Motorradfahrer, mit dem ich mich gut verstehe. Kurze Zeit später kommt sogar noch eine junge Motorradfahrerin hinzu und gesellt sich zu uns. Sie stammt aus Nordirland und er aus dem Süden Australiens und ich hatte von einen auf den anderen Moment arge Probleme, dem Gespraech zu folgen. 🙂
Bin am nächsten Morgen der letzte von uns dreien, der vom Hof reitet. Nächster planmäßiger Stopp ist Mount Isa, 440km östlich geradeaus. Nach gut 200km steht das Motorrad der Nordirin am Straßenrand, von ihr ist aber weit und breit nichts zu sehen. Hinterlasse eine kleine aufmunternde Notiz an ihrem Motorrad und fahre weiter. Will mich am nächsten Tag beim Suzuki Händler in Mt. Isa nach ihr erkundigen. Im Outback liegen zu bleiben ist kein Spaß. Renne vor dem Laden quasi in sie hinein, Benzin war nur alle. Nichts Schlimmes also.
Der nächste Tag hält eine Abwechslung bereit. Bei Cloncurry -wo es einen tollen Bäcker gibt und auch sonst ein ganz hübsches Städtchen ist- biege ich auf die Burke Developmental Road ab. Jawohl. Abbiegen. Nach links.
An der nächsten Tankstelle, dem Burke & Willis Roadhouse, treffe ich…? Ja, richtig. Die Frau aus Nordirland. Beschließen, uns gegenseitig vorzustellen, da die zu erwartenden Treffen trotz der Weite des Landes an Regelmäßigkeit gewinnen. Maggie ist wie ich in Richtung Normanton unterwegs und wir wollen bis dahin gemeinsam fahren. Dort trennen sich nach dem Tanken unsere Wege, da sie frei campen möchte und es mich aber nach einem Pool gelüstet. Erfrischt vom Poolbesuch komme ich zurück zu meinem Zelt und wer baut neben mir auf…? Maggie ist nicht weit gekommen, hat sich an der siffigen Tanke einen Nagel in den Hinterreifen gefahren. Die Laune der jungen Dame möchte ich hier lieber nicht näher beschreiben, aber 2 Pannen in 24 Stunden lassen auch keinen Frohmut mehr zu.

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Da es nur eine Straße von Normanton in Richtung Osten gibt, fahren wir die nächsten zweieinhalb Tage zusammen.

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Die Savannah Developmaental Road ist schön zu fahren. Es wird abwechslungsreich, Hügel zeigen sich ebenso wie grüne Bäume, die auch an Größe gewinnen.

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In Yumgaburra treffen wir auf einen niederländischen Backpacker. Daniel, ein ganz feiner Kerl, lädt uns nach dem Abendessen auf ein Lagerfeuer vor seiner Hütte ein. Gute Idee. Der Abend wird einigermaßen lang.

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Zu lang für Maggie: Als wir nach zig-tausend Kilometern in den Tablelands den Gilles Hwy mit seinen hunderten Kurven vor der Nase haben, schafft sie es aus Blutmangel im Alkohol nicht schneller als 30km/h. In Cairns trennen sich dann endgültig unsere Wege, bis zum Daintree ist es nicht mehr weit.

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5 Gedanken zu “Östliches Outback

  1. Durch’s Outback zu düsen scheint die Gedankenfluggeschwindigkeit ja deutlich zu erhöhen. Henry & Uschi. Grossartig 🙂

  2. Blutmangel im Alkohol – herrlich – das hat mir gefallen 😉
    Schön, dass Du angerufen hattest! Liebe Grüße nochmal von uns und viele wunderbare Eindrücke auf dem dem highway to hell … ach nee, heaven meine ich natürlich – wäre auf jeden Fall eindeutig wünschenswerter, hihi
    …und hoffentlich bis ganz bald in NZ…

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