Der BMW-Händler verpasst mir erwartungsgemäß eine längere Auszeit. Vordergabel und die hintere Federung sind im Eimer. Muss bei Vordergabel nur einen neuen Dichtungsring bekommen, ist die hintere Federung ganz hin und muss ausgetauscht werden. Das wird nicht nur sehr teuer, sondern dauert auch seine Zeit, da das Teil erst bestellt werden muss. Freundlicher Weise werde ich zum nächsten Autovermieter gefahren. Wie hätte ich sonst meinen ganzen Krempel transportieren sollen. So stand ich also mit meinem ganzen Gelumpe dort auf dem Hof und der Vermieter versicherte mir treuen Blickes, dass er auf die Schnelle nur einen Toyota Hastenichtgesehen zur Verfügung habe. War dann halt so eine große Kiste, die ich im Leben nicht brauchte und eigentlich auch erst recht nicht bezahlen wollte, aber was will man machen, wenn man zig Kilo Gepäck auf dem Hof liegen hat. Dafür war der Kofferraum groß genug. Als nächstes erwies es sich als nicht einfach einen Campingplatz zu finden. Es gibt um Darwin herum zwar einige, die wollen aber keine Zelte haben. Ich bin dann bis Harold Springs gefahren und habe schnurstracks den wohl teuersten Campingplatz meiner gesamten Campingkarriere angesteuert: 48$ für ein kleines Zelt!!!!! Wenn das so weiter geht, bin ich Ende November wieder in Berlin, weil pleite.
Fahre mit meiner schicken Karosse am nächsten Tag nach Darwin: Stadtbesichtigung ist angesagt und das geht ohne Motorradklamotten sowieso besser. Parken kostete auch nur 3,20$ für den ganzen Tag – Schnäppchen! Darwin hat im 2. Weltkrieg sehr unter Bombardements der Japaner gelitten, noch mehr allerdings 1974, als ein Wirbelsturm die Stadt wohl völlig platt gemacht hat.
Beim Wiederaufbau hat man sich aber offensichtlich sehr viel Mühe gegeben. Darwin zeigt sich als schicke, mondäne Stadt, durchaus geschmackvoll.
Und wenn man einen ganzen Strand für sich alleine haben will, fährt man nur wenige Kilometer bis zum Lee Point, hat das klarste Wasser und kann dort mutterseelenallein sich in der Sonne aalen.
Als nächstes stand der Litchfield NP auf dem Programm. Der ist bei den Australiern deshalb so beliebt, weil man dort unter Wasserfällen nett baden kann, ohne dass man von den Salties gestört wird, denn die tauchen hier nicht -oder zumindest weniger- auf. Mit den kleinen Sweeties (siehe Geiko Gorge) muss man hier aber Vorlieb nehmen, aber die futtern ja nur Fische, stellen also keine Gefahr dar, sagen die Aussis…
Habe mir also auch meine Badehose eingepackt, dann aber vom Planschen abgesehen, da mir in allen Tunken zu viele Leute waren.
Bin stattdessen ein wenig durch die Natur gelaufen und habe das erste Mal in meinem Leben Flughunde gesehen, die in Horden an den Bäumen hingen und einen ganz schönen Radau produzierten.
Tags drauf sollte mein Motorrad fertig sein. War es aber nicht. Man hatte, als ich es abholen wollte, erst mir der Vordergabel begonnen, der hintere Federung war noch nicht einmal geliefert worden. Na toll. Wenn das Ding donnerstags noch nicht da ist, kann es frühstens Freitag kommen, das wusste aber auch niemand. Samstag wir nicht gearbeitet, also kann ich vor Dienstag nicht weiter. Na das ist ja eine tolle Aussicht…
Um so überraschter war ich, als ich mittags drauf einen Anruf erhielt, dass das Kälbchen wieder fit sei und ich es abholen könne, die Federung sei am Nachmittag noch gekommen und man habe sich Mühe gegeben, alles zügig einzubauen. Der bestellte Luftfilter war dann zwar ein Ölfilter, aber das war mir dann auch noch egal. Danke Jungs!!!
Dann kann es ja doch vor dem Wochenende in Richtung Alice Springs weiter gehen. 1500km geradeaus in Richtung Süden.
Schön das 🙂
Jetzt, wo Dein Kälbchen wieder fit ist, sind die 1500km ja nur noch ein Klacks. Kann einem bestimmt ziemlich fehlen. Ist ja gewissermassen wie ein treuer Freund, oder?
Lieben Gruss aus der nicht mehr ganz so heissen Heimat
Glück im Unglück: Es scheint ja der in weitem Umkreis einzige BMW-Dealer in Darwin zu wohnen. Und immerhin rollt jetzt wieder alles. Good luck!
Das mit Deinem Bike freut mich.
48 $ für’n Zelt … das ist ja unglaublich. Aber der war bestimmt frei von Krokodilen, Spinnen und Kängurus
(immer positiv denken :-).
Wenn man sich das nochmal alles auf der Karte ansieht, hast Du ja schon richtig viele Kilometer hinter Dir.
Im Prinzip könnte man Dich also auch Flughund nennen!
Moin!
Na, biste auf den Geschmack von vier Rädern unterm Hintern gekommen? Bei deinem Tempo biste bestimmt schon in Alice angekommen. Erschrick nicht über den Tourirummel am Uluru und bring uns – wenn du von dort flüchtest – aus dem Pink Roadhouse einen Aufkleber mit.
Good luck auf dem Weg gen Süden, Ralle und Kiki
Schöne neue Bilder 🙂 Eine Frage: Der Hund an sich mag ja Bäume. Heissen die Flughunde deshalb so, weil sie in Bäumen (ab)hängen ? Hmmm…